Gärtnern ist wie Urlaub … und das Praktische daran: man muss noch nicht mal weit weg fahren. Es reichen schon 20 min mit dem Fahrrad aus der Innenstadt raus und schon ist man an einem grünen Fleckchen mit Vogelgezwitscher, Blumen und frischer Luft. Wo soll das sein? Na, in den Bunten Gärten natürlich!

Sonnenblumen in den Bunten Gärten

Anger-Crottendorf ist vielleicht nicht der „hotspot in town“, aber gerade deshalb hat es auch seinen Reiz. Ehrlich.

Ich setze mich also im Zentrum auf mein Rad und strample los: um den Ring rum, am Augustusplatz bieg ich ab und lasse das Grassi-Museum links liegen – und schon wird es ruhiger.

Kurz abbremsen, um in den Lene-Voigt-Park einzubiegen und dann rolle ich einfach vor mich hin – autoverkehrsfrei – links und rechts lauter chillende Leute.

Wenn ich den Park dann an der Tanke verlasse, kann ich den Garten schon fast sehen, nur noch unter der S-Bahn-Brücke durch und den „urbanen Wald“ durchqueren. (Das ist das Gelände der ehemaligen Stadtgärtnerei an der Zweinaundorfer Straße, auf dem seit 2010 die Bäume und Sträucher tun, was sie am liebsten tun: vor sich hin wachsen.)

Gleich dahinter, in der Pommernstraße 10, liegt die Kleingartenanlage unseres Vetrauens: Anger-Crottendorf II. Yeah.

Hier angekommen, freu ich mich auf einen Kaffee und den grünen Gartenstuhl, der auf der neuen Terrasse steht und auf mich wartet. Und natürlich auf ein Schwätzchen mit allen Mitgärtner*innen und das Buddeln in der Erde.

Die neue Terrasse in den Bunten Gärten

Wir haben hier immer recht viel zu buddeln und genug Platz, uns zu betätigen. Seit den ersten Aktionen zur „Urbarmachung“ der ehemals stark verwilderten Gartenparzellen ist einiges passiert: Wir haben erfolgreich Gemüse angebaut, das Obst geerntet und verarbeitet (z. B. zu leckerem Apfelmus) und natürlich die Terrasse gebaut. Es sitzt sich prima auf unserem neuen Schmuckstück. Da macht das Gärtnern gleich noch mehr Spaß.

Der Sommer verging wie im Flug, manchmal hat das Wetter genervt, aber meistens hatten wir Glück und konnten im Sonnenschein rumackern. Zum Sommerfest im Juni haben wir uns über neue Gesichter gefreut und im September hatten wir sogar Besuch von kurdischen und japanischen Studenten, die ausprobiert haben, wie das geht mit dem Kartoffeln ausgraben. Kennt ihr das Gefühl, wie stolz man ist, wenn man die Ernte in den Händen hält und sich tierisch freut, wie gut was gewachseKartoffelernte in den Bunten Gärtenn ist? So ging es uns.

Ganz unter uns: Es hat auch nicht alles geklappt dieses Jahr. Der Frost hat sich im Frühjahr über viele Apfel- und Kirschblüten hergemacht und unsere Aussaat iranischer Samen war auch nicht so von Erfolg gekrönt. Aber das spornt an, es weiter zu versuchen!

Inzwischen ist die Gartensaison zu Ende gegangen und wir werden den Winter nutzen, um neue Pläne zu schmieden, das ein oder andere Gartengerät zu reparieren und die Laube wasserdicht zu machen (da hatte der Sturm zugeschlagen).

Solange es noch nicht richtig fieses Winterwetter ist, radel ich also weiter nach Anger-Crottendorf, um hier gemeinsam zu Gärtnern. Denn wie heißt es so schön: Es gibt immer was zu tun! Und wenn ihr jetzt auch Lust bekomen habt: kommt vorbei – jetzt oder im Frühling, wenn es wieder richtig losgeht. Bringt eure Familien oder Freunde mit, neue und alteingessesene Leipziger*innen, Gartenfreaks oder Leute ohne grüne Daumen: Bei uns sind alle willkommen.

Radeln in die Bunten Gärten

Und wer partout nicht mehr raus will bei dem Wetter, folgt uns einfach auf facebook oder instagram. Dort berichten wir regelmäßig und teilen, wie es ums Gärtnern steht, was uns bewegt und wo wir in der Stadt auch noch aktiv sind. Wir sehen uns!

//Anna