Ein bunter Garten soll es werden

Margeritenwiese Bunte Gärten

Im Februar hörte ich das erste Mal von dem Projekt Bunte Gärten und lauschte bei einer Infoveranstaltung den Visionen für das Projekt, die Saskia, David und Philipp vorstellten. Beim anschließenden Rundgang durch die verwilderten und zugewachsenen Gartenparzellen brauchte man aber ehrlich gesagt ganz schön viel Phantasie, um hier blühende Landschaften zu erkennen. Und trotzdem war ganz klar: Hier passiert etwas. Etwas Gutes.

Kann ich in den Bunten Gärten gärtnern ohne Ahnung zu haben?

Ich bin nicht wirklich ein Gartenkenner und auch kein Kleingartenspartenfan, aber das Schöne an den Bunten Gärten ist: Das muss man auch nicht sein, um mitzumachen. Jeder bringt einfach das ein, was er kann und möchte und wenn es so ist, dass man nur auf einen Schwatz vorbei kommt, ist es auch in Ordnung.

Trotzdem sind die Vorhaben in Sachen Gartenarbeit natürlich wichtig und sehr ambitioniert. Im letzten Sommer hat ein kleines Team begonnen, die ersten Flächen wieder herzustellen und seit diesem Frühjahr geht es richtig los. Wo vorher Wiese und Gestrüpp war, sind nun Gemüsebeete mit leuchtendem Mangold und appetitlichen Salatköpfen entstanden. Dank gespendeter Setzlinge von Annalinde (DANKE NOCH MAL!) und vielen tatkräftigen Helfern beim Umgraben und Pflanzen sind die ersten Erfolge deutlich zu sehen.

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Ernten, was man sät.

Jetzt im Juni scheint das Mangold dem Namen des Gartens alle Ehre machen zu wollen und leuchtet mit dicken Stengeln in kräftigem Rot, Gelb und Grün. Bei der Gelegenheit: hat jemand von euch ein paar leckere Rezepte, was man aus Mangold alles machen kann? Postet sie gern auf Facebook oder in den Kommentaren, wir sind gespannt.

Es ist wirklich faszinierend mit anzusehen, wie die Pflanzen gedeihen. Und auch wenn das Unkraut jäten eigentlich zu den ungeliebten Aufgaben gehört, fühlt es sich einfach gut an, in der Erde zu wühlen und anschließend die Früchte seiner Arbeit zu ernten. Am Samstag gab es bei mir den ersten grünen Salat aus den Bunten Gärten. Mit einer Sauce aus Zitrone, etwas Sahne und Honig war es ein Genuss! Zuvor hab ich ihn ordentlich wässern müssen, um die Erde von den Blättern zu bekommen und dabei auch nur zwei kleine Schnecken gefunden. (Sie sind jetzt Stadtbewohner und leben auf der Wiese hinterm Haus.)

bunte Gärten

Gärtnern geht auch ohne viele Worte

Jeden Dienstag und Samstag kommen neben den Leipzigern auch Geflüchtete aus verschiedenen Unterkünften in die Bunten Gärten. Anfangs dachte ich: Es könnte schwierig werden mit der Verständigung zwischen den Menschen, aber es funktioniert gut. Man braucht nicht viele Worte, um die Kinder dazu zu bringen, die Gießkannen zu schnappen. Sie sprinten kurz darauf damit über die Wege und gießen alles, was nicht wegläuft. Natürlich flitzen sie auch gern zum Spielplatz der Gartenanlage, auf dem sie toben können. Für die Großen gibt es derweil genug Arbeit, vom Äste zerkleinern und verbrennen bis zum Wildnis bekämpfen und neue Beete anlegen. So wie wir haben sie Spaß an der Arbeit draußen und oftmals die besten Tipps in Sachen Obstbaumschnitt und Gemüseanbau.

Eine bunte Laube muss her

Wenn es jetzt noch voran geht mit den Lauben sind wir happy. Eine Hütte ist gut in Schuss,  die zweite hat inzwischen einen wunderbaren neuen Fußboden mit kreativem Mosaik bekommen, aber zwei der Lauben sind wirklich baufällig und zugemüllt, da haben wir noch viel vor. Aber dazu später mehr…

Kommt vorbei, wenn ihr Lust habt aufs Gärtnern, quatschen und Kontakte knüpfen.
Wir freuen uns!
// Anna //